Keine andere Nationalstrasse der Schweiz trägt so viel Verkehr wie die A1. Von Genf am Ende des Sees bis St. Margrethen am Bodensee durchquert sie fast das gesamte Mittelland und verbindet dabei die grössten Agglomerationen des Landes auf einer einzigen Achse. Für Pendlerinnen und Pendler zwischen Genf, Lausanne, Bern, Zürich, Winterthur und St. Gallen gehört sie zum Alltag — und sie ist zugleich das sichtbarste Beispiel dafür, wie sehr das Schweizer Nationalstrassennetz an seine Kapazitätsgrenzen stösst.

Eine Achse durchs ganze Mittelland

Die A1 ist mit Abstand die am dichtesten besiedelte Nationalstrasse des Landes: Sie führt an oder durch praktisch alle grossen Zentren des Mittellands und bündelt damit Fernverkehr, regionalen Pendlerverkehr und städtische Fahrten auf denselben Fahrstreifen. Anders als eine klassische Fernverbindung zwischen zwei Orten gibt es auf weiten Teilen der A1 kaum Abschnitte, auf denen sich diese unterschiedlichen Verkehrsströme wieder entflechten.

Das macht die A1 zu einer Art Lebensader des ganzen Landes: Über sie laufen der Warenverkehr zwischen den Wirtschaftsräumen, der tägliche Weg zur Arbeit und ein grosser Teil des Freizeitverkehrs an Wochenenden gleichzeitig.

Chronisch an der Kapazitätsgrenze

Besonders deutlich zeigt sich die Überlastung im Berufsverkehr rund um die grossen Agglomerationen Genf, Bern und Zürich. Morgens und abends stockt der Verkehr auf mehreren Abschnitten der A1 fast täglich, weil Pendlerinnen und Pendler, Wirtschaftsverkehr und Durchreisende zur selben Zeit auf denselben Abschnitten unterwegs sind. Die A1 ist damit an vielen Stellen weniger eine klassische Verbindungsautobahn als eine hochbelastete Stadtachse im Nationalstrassenformat.

„Auf der A1 bündelt sich der Verkehr eines ganzen Landes — Tag für Tag.“
Schematische Darstellung eines städtischen Abschnitts der A1 im dicht besiedelten Mittelland.

Der Ausbau auf sechs Spuren

Um einzelne Engpässe zu entschärfen, laufen an mehreren Stellen der A1 Ausbauprojekte auf sechs Spuren. Im Grossraum Zürich etwa wurde der Gubristtunnel um eine dritte Röhre erweitert, um dort mehr Kapazität und gleichzeitig eine sicherere, weil abschnittsweise sperrbare, Streckenführung zu ermöglichen. Solche Projekte sind Teil des strategischen Ausbauprogramms des Bundes für die Nationalstrassen, mit dem gezielt die grössten Engpässe im Netz beseitigt werden sollen.

Ausbauprojekte dieser Art sind aufwendig und politisch nicht unumstritten: Befürworter sehen darin die wirksamste Möglichkeit, den chronischen Stau zu lindern, während Kritikerinnen und Kritiker zusätzlichen induzierten Verkehr befürchten und auf die Grenzen des Wachstums verweisen. Bis zur Fertigstellung einzelner Ausbauabschnitte bleibt die A1 auf vielen Teilstrecken die am stärksten beanspruchte Achse des Landes.

Tipps für Pendlerinnen und Pendler

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