Wenige Bauwerke der Schweizer Nationalstrassen sind so unverwechselbar wie die Ganterbrücke an der A9. Hoch über dem Gantertal, auf dem Weg von Brig hinauf zum Simplon, verbindet sie zwei Talflanken auf 678 Metern Länge und rund 150 Metern Höhe. Seit ihrer Eröffnung 1980 gilt sie als eines der markantesten Brückenbauwerke der Schweiz — nicht nur wegen ihrer Grösse, sondern wegen ihrer ungewöhnlichen Form.
Eine Schrägträgerbrücke im Gantertal
Statt auf klassische, senkrechte Pfeiler zu setzen, ruht die Fahrbahn der Ganterbrücke auf einem markant geneigten Stützenpaar, das sich wie ein aufgespanntes A über dem Talgrund erhebt. Diese Bauweise war für ihre Zeit aussergewöhnlich und macht die Brücke zu einem der bekanntesten Beispiele für Schrägstützen-Konstruktionen im Schweizer Brückenbau. Wer von der Fahrbahn aus in die Tiefe blickt, erkennt die charakteristische, weit auskragende Stützform sofort wieder.
Christian Menn: Brückenbauer der Alpen
Entworfen wurde die Ganterbrücke vom Bündner Ingenieur Christian Menn, der zu den einflussreichsten Brückenbauern der Schweiz zählt. Menn prägte mit seinen Entwürfen den Brückenbau im Alpenraum über Jahrzehnte und schuf mit Bauwerken wie der Ganterbrücke oder später der Sunnibergbrücke bei Klosters international beachtete Konstruktionen, die Ingenieurskunst und Landschaftsbezug miteinander verbanden. Die Ganterbrücke gilt als eines seiner Hauptwerke aus jener Schaffensphase.
Eine Brücke, die nicht nur ein Tal überspannt, sondern zeigt, wie Ingenieurskunst und Landschaft zusammenfinden können.
Die Simplonstrasse und die A9
Die Ganterbrücke liegt an der Simplonstrasse, die von Brig kommend als A9 weiter in Richtung Simplonpass führt und damit eine der wichtigsten Verbindungen des Wallis Richtung Süden bildet. Über den Pass geht die Route ins italienische Domodossola über — eine Strecke, die seit jeher Reise- und Warenverkehr zwischen der Schweiz und Norditalien trägt. Die Brücke selbst überspannt dabei einen der anspruchsvollsten Geländeeinschnitte auf dieser Passroute und erlaubt eine deutlich direktere Linienführung, als sie ohne ein solches Bauwerk möglich wäre.
Für Reisende, die dem Wallis Richtung Simplon folgen, ist die Ganterbrücke oft der Moment, in dem die Fahrt von der Talstrecke in die eigentliche Passlandschaft übergeht — ein Bauwerk, das Technik und Alpenpanorama in einem einzigen Blick vereint.
Ein Bauwerk, das laufend unterhalten werden muss
Wie jede grosse Talbrücke im alpinen Gelände ist auch die Ganterbrücke auf eine regelmässige Überwachung und Instandhaltung angewiesen. Witterung, Temperaturschwankungen und die dauerhafte Verkehrslast verlangen periodische Kontrollen der Fahrbahn, der Lager und der markanten Schrägstützen. Solche Erhaltungsarbeiten sorgen mitunter für kurzzeitige Einschränkungen auf der Simplonstrasse, sichern aber langfristig, dass ein Bauwerk dieser Grössenordnung auch Jahrzehnte nach seiner Eröffnung sicher nutzbar bleibt.
- Aussicht: Der Blick von der Brücke ins Gantertal gilt als einer der eindrücklichsten entlang der Simplonstrasse.
- Jahreszeit beachten: Die Strecke Richtung Simplonpass kann im Winter je nach Witterung eingeschränkt sein.
- Aktuelle Lage prüfen: Verkehrsinformationen und allfällige Einschränkungen veröffentlicht das ASTRA laufend.
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